Eine bitterböse Mail mit Beschimpfungen, vor allem wenn diese nicht auf meine Person sondern auf mir nahe stehende Personen, wie Mitarbeiter oder Familienmitglieder gerichtet ist, löst bei mir im ersten Moment Wut und Enttäuschung aus. Ich starte sofort mit einem verbalen Gegenangriff – entweder in dem ich mir die Worte zurecht lege oder sogar eine Antwortmail verfasse. Zum Glück kann ich diesen unterbewussten Prozess der „Rache“ bewusst durchbrechen. Ich lasse die Mail in den Entwürfen
und schaue sie mir nach einer Nacht nochmals an. Es gab es glaub noch gar nie, dass ich sie dann immer noch so abgeschickt haben, wie geschrieben.

Zusätzlich lasse ich mir den Prozess im Kopf des Schreibers durch den Kopf gehen und jedesmal komme ich darauf, dass er gar nicht anders schreiben konnte, als er es getan hat. Seine unterbewussten Prozesse, die durch Gefühle angetriggert werden, sind unaufhaltsam. Damit lässt sich die Beobachtung von der Reaktion trennen!

Das heißt für mich nichts anderes, als dass ich an den Punkten, an denen ich gerne anders reagieren möchte als ich es impulsiv auf Grund der angetriggerten Gefühle tun würde, mir einen bewussten Wellenbrecher-Prozess einbaue – egal ob für mich oder das Unternehmen!