Letzte Woche hatte ich ein sehr gutes Gespräch mit einem Unternehmer, der die Unternehmensnachfolge seines Vaters angetreten hat. Sein produzierendes Unternehmen ist spezialisiert und wird von Aufträgen fast überrollt. Allerdings ist genau das eine große Herausforderung, weil von großem Auftrag zu großem Auftrag gearbeitet wird. Es war schon immer so, dass für den gerade aktuellen Auftrag alles, ich meine wirklich ALLES getan wurde, damit der Kunde, also wirklich dieser eine Kunde zufrieden ist.

Ganz aktuell erzählte er mir von einem Auftrag für Asien, der unbedingt in 10 Tagen fertig sein MUSS, weil die Lieferung das Containerschiff noch erreichen MUSS. Auf die Frage, was denn passiert, wenn dies nicht passieren würde, meinte er nach längerer Pause: „Nichts“, und weiter ergänzte er dass „die Teile erst im Januar benötigt werden, nur der Transport im Winter für das Material nicht gut wäre, man dies ja aber anders einpacken könnte“.

Was war der ausschlaggebende Punkt, warum er meinte, es nicht anders machen zu können? Der gewohnte Prozess „JETZT ALLES für DIESEN KUNDEN tun“ wurde seit über 30 Jahren so gelebt und nie hinterfragt. Das heißt es besteht große „Gefahr“, wenn wir diesen Pfad verlassen. Wir haben den Worst-Case durchgespielt und die Gefahr tatsächlich relativiert um nicht zu sagen in Luft aufgelöst.

Er ist nun dabei seine Prozesse auseinander zu nehmen und dabei automatisch kleinere und größere Änderungen in den Betriebsalltag einzubauen. Er meinte heute am Telefon zu mir: „Man muss schon ein bisschen mutig sein, dann wird es echt belohnt!“