Letzte Woche hatte ich ein sehr sehr gutes Gespräch mit einem Unternehmer, der seinen Produktionsbetrieb vom Vater übernommen hat. Er ist unabkömmlich und deswegen nicht ganz so glücklich, wie er gerne sein würde. Im Gespräch haben wir sehr schnell einige sehr einfache und effektive Ansätze zur Optimierung seiner Prozesse gefunden. Immer wieder kam etwas Angst hoch und einige Aussagen wie:

  • Das haben wir immer so gemacht, das können wir nicht ändern
  • Das kann man so nicht machen, das gehört sich nicht
  • Da kann man ja gar nicht sicher sein, dass dann alles stimmt

Ja, der „man“ innendrin hat Angst davor, etwas zu verändern. Aber warum? An dieser Stelle können wir in die Tiefen der Psyche abtauchen, sehr spannend, oder einfach mal ein Worst-Case-Szenario durchspielen, um vielleicht doch noch Veränderungen bewusst zuzulassen.

Genau das haben wir getan!

Ein aktueller Fall ist bei „man“ momentan der, dass er in 2 Wochen eine Lieferung nach Asien fertig haben muss (es ist definitiv nicht mehr schaffbar, selbst mit seiner eh schon eingeführten Samstags- und 2-Schicht-Arbeit), und das obwohl der Kunde die Ware erst im Januar (!) benötigt. Wenn er nun also einfach zum gewünschten Zeitpunkt nicht liefert, wäre das Schlimmste was passieren kann, dass der Kunde die Ware nicht mehr abnimmt (unwahrscheinlich, da er sie tatsächlich braucht und es auch vertraglich nicht vereinbart ist) und die Produktionskosten somit nicht gedeckt werden. Das wäre zwar äusserst schade, würde „man“ und das Unternehmen aber weder vor’s „Aus“ stellen noch sonst irgendwelche dramatischen Auswirkungen wie Entlassungen o.ä. zur Folge haben. Somit sind wir sehr einfach vom „das kann man nicht tun“ in „ich tue es“ (in diesem Fall dem Kunden deutlich sagen, was Sache ist und dann strukturiert weiterdenken) übergewechselt.

… sooooo gefährlich ist die Veränderung bei genauer Betrachtung gar nicht – jetzt dürfen wir genau diese Einstellung noch nur vom Verstand zum Herz wandern lassen!